Großer KatechismusLCAbschnitt

Die Zehn Gebote

Reader-Modus
Einzeln
Vergleichen
Modernisiert
Concordia Triglotta
  1. Du sollst keine andern Götter haben neben mir.
  1. Du sollst den Namen Gottes nicht vergeblich führen.
  1. Du sollst den Feiertag heiligen.
  1. Du sollst Vater und Mutter ehren.
  1. Du sollst nicht töten.
  1. Du sollst nicht ehebrechen.
  1. Du sollst nicht stehlen.
  1. Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
  1. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.
  1. Du sollst nicht begehren seines Weibes [sein Weib,] Knecht, Magd, Vieh oder was sein ist.

Zum Zweiten.

Die Hauptartikel unsers Glaubens.

  1. Ich glaube an Gott [den] Vater allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erden.
  1. Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen its von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria, der Jungfrau, gelitten hat unter Pontio Pilato, gekreuzigt, gestorben und begraben ist, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wider auferstanden von [den] Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er zukünftig ist, zu richten die Lebendigen und die Toten.
  1. Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Zum dritten.

Das Gebet oder Vaterunser, so Christus gelehrt hat.

Vater unser, der du bist im Himmel. 1. Geheiligt werde dein Name. 2. Zukomme dein Reich. 3. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. 4. Unser täglich Brot gib uns heute. 5. Und verlasse [erlass, vergib] uns unsere Schuld, als wir verlassen unsern Schuldigern. 6. Und führe uns nicht in Versuchung. 7. Sondern erlöse uns vom Übel. Amen.

Das sind die nötigsten Stücke, die man zum ersten lernen muss von Wort zu Wort erzählen

und soll die Kinder dazu gewöhnen täglich, wenn sie des Morgens aufstehen, zu Tische gehen und sich des Abends schlafen legen, dass sie es müssen aufsagen, und ihnen nicht zu essen noch zu trinken geben, sie hätten’s denn gesagt.

Desgleichen ist auch ein jeglicher Hausvater schuldig, mit dem Gesinde, Knechten und Mägden, zu halten, dass er sie nicht bei sich halte, wo sie es nicht können oder lernen wollen.

Denn es ist mitnichten zu leiden, dass ein Mensch so roh und wild sei und solches nicht lerne, weil in diesen dreien Stücken kürzlich, gröblich und aufs einfältigste verfasst ist alles, was wir in der Schrift haben;

denn die lieben Väter oder Apostel (wer sie gewesen sind) haben also in eine Summa gestellt, was der Christen Lehre, Leben, Weisheit und Kunst sei, wovon sie reden und handeln und womit sie umgehen.

Wenn nun diese drei Stücke gefasst sind, gehört sich auch, dass man wisse zu sagen von unsern Sakramenten (so Christus selbst eingesetzt hat) der Taufe und des heiligen Leibes und Blutes Christi, als nämlich den Text, so Mathäus und Markus beschreiben am Ende ihres Evangeliums, wie Christus seinen Jüngern die Letze [den Abschied] gab und sie abfertigte.

Von der Taufe.

Gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namem des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden.

So viel ist genug einem Einfältigen aus der Schrift von der Taufe zu wissen; desgleichen auch vom andern Sakrament mit kurzen, einfältigen Worten, als nämlich den Text St. Pauli.

Vom Sakrament.

Unser Her Jeus Christus in der Nacht, als er verraten ward, nahm das Brot, dankte und brach’s und gab’s seinen Jüngern und sprach: “Nehmet hin und esset; das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis!” Desselbengleichen auch den Kelch nach dem Abendmahl und sprach: “Dieser Kelch ist das neü Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches tut, sooft ihr’s trinket, zu meinem Gedächtnis!”

Also hätte man überall [im ganzen] fünf Stücke der ganzen christlichen Lehre, die man immerdar treiben soll und von Wort zu Wort fordern und verhören. Denn verlass dich nicht drauf, dass das junge Volk allein aus der Predigt lerne und behalte.

Wenn man nun solche Stücke wohl weiss, so kann man danach auch etliche Psalmen oder Gesänge, so darauf gemacht sind, vorlegen, zur Zugabe und Stärke desselben, und also die Jugend in die Schrift bringen und täglich weiterfahren.

Es soll aber nicht an dem genug sein, dass man’s allein den Worten nach fasse und erzählen könne, sondern lasse das junge Volk auch zur Predigt gehen, besonders auf die Zeit, so dem Katechismo geordnet, dass sie es hören auslegen und verstehen lernen, was ein jeglich Stück in sich habe, also dass sie es auch können aufsagen, wie sie es gehört haben, und fein richtig antworten, wenn man sie fragt, auf dass es nicht ohne Nutz und Frucht gepredigt werde.

Denn darum tun wir den Fleiss, den Katechismum oft vorzupredigen, dass man solches in die Jugend bleü, nicht hoch noch scharf, sondern kurz und aufs einfältigste, auf dass es ihnen wohl eingehe und im Gedächtnis bleibe.

Derhalben wollen wir nun die angezeigten Stücke nacheinander vor uns nehmen und aufs deutlichste davon reden, soviel not ist.

[Das erste Teil.]