ApologieApArtikel XII

Artikel XII. Von der Buße

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Concordia Triglotta

In dem zwölften Artikel lassen ihnen die Widersacher den ersten Teil gefallen, da wir sagen, dass alle diejenigen, so nach der Taufe in Sünde fallen, Vergebung der Sünden erlange, zu welcher Zeit und wie oft sie sich bekehren. Den andern Teil verwerfen und verdammen sie, da wir sagen, die Buße habe zwei Stücke, contritionem, und fidem, das ist, zur Buße gehören diese zwei, ein reuig, zerschlagen Herz und der Glaube, dass ich glaube, dass ich Vergebung der Sünden durch Christum erlange. Da höre man nun, wozu die Widersacher nein sagen! Da dürfen sie unverschämt verneinen, dass der Glaube nicht ein Stuck der Buße sei.

Was sollen wir nun hier, allergnädigster Herr Kaiser, gegen diese Leute tun? Gewiß ist’s, dass wir durch den Glauben Vergebung der Sünden erlangen. Dieses Wort ist nicht unser Wort, sondern die Stimme und Wort Jesu Christi, unsers Heilandes. Das klare Wort Christi nun verdammen diese Meister der Konfutation, darum können wir in keinem Wege in die Konfutation willigen. Wir wollen, ob Gott will, die klaren Worte des Evangelii, die heilige göttlich Wahrheit und das selige Wort, darin aller Trost und Seligkeit steht, nicht verleugnen. Denn dieses also verneinen, dass wir durch den Glauben Vergebung der Sünden erlangen, was wäre das anders, denn das Blut Christi und seinen Tod lästern und schänden?

Darum bitten wir, allergnädigster Herr Kaiser, dass Ew. Kaiserliche Majestät in dieser großen, höchsten, allerwichtigsten Sache, welche unsere eigene Seele und Gewissen, welche auch den ganzen Christen glauben, das ganze Evangelium, die Erkenntnis Christi und das Höchste, Größte nicht allein in diesem vergänglichen, sondern auch künfitigem Leben, ja unser aller ewiges Genesen und Verderben vor Gott belangt, gnädiglich und mit Fleiß hören und erkennen. Es sollen alle Gottesfürchtigen, frommen und ehrbaren Leute nicht anders befinden denn dass wir in dieser Sache die göttliche Wahrheit und eitel heilsamen, hochnötigsten, tröstlichsten Unterricht der Gewissen gelehrt haben und lehren lassen, daran allen frommen Herzen der ganzen christlichen Kirche das Merklichste und Größte, ja all ihr Heil und Wohlfahrt gelegen, ohne welchen Unterricht kein Predigamt, keine christliche Kirche sein noch bleiben kann. Es sollen alle Gottesfürchtigen befinden, dass diese Lehre der unsern von der Buße das Evangelium und reinen Verstand wieder an [den] Tag gedacht hat, und dass dadurch viel schädliche, häßliche Irrtümer abgetan, wie denn durch der Scholastiker und Kanonisten Bücher diese Lehre, was doch rechte Buße sei oder nicht sei, gar unterdrückt war.

Und ehe wir zur Sache greifen, müssen wir dieses anzeigen: Es werden alle ehrbaren, redlichen, gelehrten Leute hohen und niedern Standes, auch die Theologen selbst bekennen müssen, und ohne Zweifel auch die Feinde werden von ihrem eigenen Herzen überzeugt, dass zuvor und ehe denn Doktor Luther geschrieben hat, eitel dunkle, verworrene Schriften und Bücher von der Buße vorhanden gewesen [sind].

Wie man steht bei den Sententiarien, da unzählige unnütze Fragen sind, welche noch keine Theologi selbst haben genugsam können ausörtern. Viel weniger hat das Volk aus ihren Predigten und verwirrten Büchern von der Buße eine Summa fassen mögen oder merken, was doch zu wahrer Buße vornehmlich gehört, wie oder durch was Weise ein Herz und Gewissen Ruhe und Frieden suchen müsste;

Und Trotz! es trete noch einer hervor, der aus ihren Büchern einen einigen Menschen unterrichte, wann gewiß die Sünden vergeben sind. Lieber Herr Gott, wie sieht man da Blindheit! Wie wissen sie so gar nichts davon, wie sind ihre Schriften eitel Nacht, eitel Finsternis! Sie bringen Fragen vor, ob in attritione oder contritione Vergebung der Sünden geschehe, und so die Sünde vergeben wird um der Reü oder Kontrition willen, was dann der Absolution vonnöten sei; Und so die Sünden schon vergeben sind, was dann die Gewalt der Schlüssel vonnöten sei. Und da ängsten sie sich und verbrechen sich erst über [zerbrechen sich den Kopf darüber] und machen die Gewalt der Schlüssel gar zunichte.

Etliche unter ihnen erdichten und sagen, durch die Gewalt der Schlüssel werde nicht vergeben die Schuld vor Gott, sondern die ewige Pein werde dadurch verwandelt in zeitliche; und machen also aus der Absolution, aus [der] Gewalt der Schlüssel, dadurch wir Trost und Leben gewarten sollen, eine solche Gewalt, dadurch uns nur Strafe aufgelegt werde. Die andern wollen klüger sein, die sagen, dass durch [die] Gewalt der Schlüssel Sünden vergeben werden vor den Leuten oder vor der christlichen Gemeinde, aber nicht vor Gott. Das ist auch fast ein [ein sehr] schädlicher Irrtum; denn so die Gewalt der Schlüssel, welche von Gott gegeben ist, uns nicht tröstet vor Gott, wodurch will denn das Gewissen zur Ruhe kommen?

Darüber so lehren und schreiben sie noch ungeschickter und verwirrter Ding; sie lehren, man könne durch Reü Gnade verdienen, und wenn sie da gefragt werden, warum denn Saul und Judas und dergleichen nicht Gnade verdient haben, in welchen gar eine schrecklich Kontrition gewesen ist; auf diese Frage sollten sie antworten, dass es Judas und Saul am Evangelio und Glauben gefehlt hätte, dass Judas sich nicht getröstet hat durchs Evangelium und hat nicht geglaubt; denn der Glaube unterscheidet die Reü Petri und Judä. Aber die Widersacher gedenken des Evangelii und Glaubens gar nicht, sondern des Gesetzes; sagen, Judas habe Gott nicht geliebt, sondern habe sich vor der Strafe gefürchtet. Ist aber das nicht ungewiß und ungeschickt von der Buße gelehrt?

Denn wann will ein erschrocken Gewissen, besonders in den rechten großen Ëngsten, welche in Psalmen und Propheten beschrieben werden, wissen, ob es Gott aus Liebe als seinen Gott fürchtet, oder ob er seinen Zorn und ewige Verdammnis flieht und haßt? Es mögen diejenigen von diesen großen Ëngsten nicht viel erfahren haben, weil sie also mit Worten spielen und nach ihren Träumen Unterschied machen. Aber im Herzen, und wenn es zur Erfahrung kommt, findet sich’s viel anders, und mit den schlechten Syllaben und Worten findet kein Gewissen Ruhe, wie die guten sanften, müßigen Sophisten träumen.

Hier berufen wir uns auf [die] Erfahrung aller Gottesfürchtigen, auf alle redlichen, verständigen Leute, die auch gern die Wahrheit erkennten; die werden bekennen, dass die Widersacher in allen ihren Büchern nichts Rechtschaffenes gelehrt haben von der Buße, sondern eitel verworren, unnütz Geschwätz; Und ist doch dies ein Hauptartikel der christlichen Lehre, von der Buße, von Vergebung der Sünden. Nun ist dieselbe Lehre von den Fragen, die jetzo erzählt, voll großer Irrtümer und Heuchelei, dadurch die rechte Lehre von Christo, von den Schlüsseln, vom Glauben zu unsäglichem Schaden der Gewissen unterdrückt gewesen.

Weiter richten sie noch mehr Irrtümer an, wenn man von der Beichte reden soll; da lehren sie nichts, denn lange Register machen und Sünden erzählen und mehrenteils Sünden wider Menschengebote, und treiben heir die Leute, als sei solch Zählen de iure divino, das ist, von Gott geboten; und dieses wäre noch so hoch beschwerlich nicht,

wenn sie nur auch recht von der Absolution und Glauben hätten gelehrt. Aber da fahren sie abermal vorüber und lassen den hohen Trost liegen und dichten, das Werk, beichten und reün, mache fromm ex opere operato, ohne Christum, ohne Glauben. Das heißen rechte Juden.

Das dritte Stück von diesem Spiel ist die satisfactio oder Genugtuung für die Sünde. Daselbst lehren sie noch ungeschickter, verwirrter, werfen das Hundert ins Tausend, dass daselbst nicht ein Tröpflein guten oder nötigen Trostes ein arm Gewissen finden möchte. Denn da erdichten sie ihnen selbst, dass die ewige Pein werde vor Gott verwandelt in Pein des Fegfeürs, und ein Teil der Pein werde vergeben und erlassen durch die Schlüssel, für einen Teil aber müsse man genugtun mit Werken.

Darüber sagen sie weiter und nennen die Genugtuung opera supererogationis, das sind denn bei ihnen die kindischen närrischen Werke, als Wallfahrten, Rosenkränze und dergleichen, da kein Gebot Gottes von ist.

Und weiter, wie sie die Pein des Fegfeürs ablaufen und lösen mit ihrem Genugtun, also haben sie noch weiter ein Fündlein erdacht, dieselben Genugtuungen für das Fegfeür auch abzulösen, welches denn ein recht genießlicher, reicher Kauf und großer Jahrmarkt geworden. Denn sie haben unverschämt ihren Ablaß verkauft und gesagt, wer Ablaß löse, der kaufe sich also ab, da er sonst müsste genugtun; Und die Kretscherei, den Jahrmarkt, habe sie unverschämt getrieben, nicht allein dass sie den Lebendigen Ablaß verkauft, sondern auch für die Toten hat man Ablaß müssen kaufen.

Darüber haben sie auch den schrecklichen Mißbrauch der Messe eingeführt, dass sie die Toten haben mit Messehalten erlösen wollen, und unter solchen Teufelslehren ist unterdrückt gewesen die ganze christliche Lehre vom Glauben, von Christo, wie wir dadurch sollen getröstet werden. Darum merken und verstehen hier alle ehrbaren, redlichen, ehrliebenden, verständigen Leute, geschweige denn Christen, dass ganz hoch vonnöten gewesen ist, solche ungöttliche Lehre der Sophisten und Kanonisten von der Buße zu tadeln. Denn dieselbe ihre Lehre ist öffentlich falsch, unrecht, wider die klaren Worte Christi, wider alle Schrift der Apostel, wider die ganze Heilige Schrift und Väter, und sind das ihre Irrtümer:

I. Dass uns Gott muss die Sünde vergeben, so wir gute Werke tun, auch außerhalb der Gnade.

II. Dass wir durch die Attrition oder Reü Gnade verdienen.

III. Dass unsere Sünde außulöschen genug sei, wenn ich die Sünde an mir selbst hasse und schelte.

IV. Dass wir durch unsere Reü, nicht um des Glaubens willen an Christum, Vergebung der Sünden erlangen.

V. Dass die Gewalt der Schlüssel verleihe Vergebung der Sünden nicht vor Gott, sondern vor der Kirche oder den Leuten.

VI. Dass durch die Gewalt der Schlüssel nicht allein die Sünden vergeben werden, sondern dieselbe Gewalt sei darum eingesetzt, dass sie die ewige Pein verwandle in zeitliche, und dass sie den Gewissen etliche Genugtuungen auflege und Gottesdienste und satisfactiones aufrichte, dazu die Gewissen vor Gott verpflichte und verbinde.

VII. Dass da Erzählen und eigentlich Rechnen aller Sünden von Gott geboten sei.

VIII. Dass satisfactiones, welche doch von Menschen aufgesetzt, not seien, zu bezahlen die Pein oder auch die Schuld; denn obwohl man in der Schule die satisfactiones allein für die Pein abrechnet, so versteht doch männiglich, dass man dadurch Vergebung der Schuld verdiene.

IX. Dass wir aus Empfangung des Sakraments der Buße, ex opere operato, wenn das Herz gleich nicht dabei ist, ohne den Glauben an Christum, Gnade erlangen.

X. Dass aus der Gewalt der Schlüssel durch den Ablaß die Seelen aus dem Fegfeür erlöst werden.

XI. Dass in Reservatfällen nicht die Strafe der canonum, sondern die Schuld der Sünden vor Gott durch den Papst möge reserviert werden in denen, die sich wahrlich [wahrhaft] zu Gott bekehren.

Dass wir nun den Gewissen hülfen aus den unzähligen Stricken und verworrenen Netzen der Sophisten, so sagen wir, die Buße oder Bekehrung habe zwei Stücke, contritionem und fidem. So nun jemand will das dritte Stück dazusetzen, nämlich die Früchte der Buße und Bekehrung, welche sind gute Werken, so folgen sollen und müssen, mit dem will ich nicht groß fechten.

Wenn wir aber de contritione, das ist, von rechter Rü, reden, schneiden wir ab die unzähligen unnützen Fragen, da sie Fragen vorgeben, wann wir aus der Liebe Gottes, item, wann wir aus Furcht der Strafe Reü haben. Denn es sind allein bloße Worte und vergebliche Geschwätze derjenigen, die nicht erfahren haben, wie einem erschrockenen Gewissen zu Sinne ist. Wir sagen, dass contritio oder rechte Reü das sei, wenn das Gewissen erschreckt wird und seine Sünde und den großen Zorn Gottes über die Sünde anhebt zu fühlen, und ist ihm leid, dass es gesündigt hat. Und dieselbe contritio geht also zu, wenn unsere Sünde durch Gottes Wort gestraft wird. Denn in diesen zwei Stücken steht die Summa des Evangelii. Erstlich sagt es: Bessert euch! Und macht jedermann zu Sündern. Zum andern bietet’s an Vergebung der Sünden, das ewige Leben, Seligkeit, alles Heil und den Heiligen Geist durch Christum, durch welchen wir neugeboren werden.

Also faßt auch die Summa des Evangelii Christus, das er Lucä am letzten sagt: “zu predigen in meinem Names Buße und Vergebung der Sünden unter allen Heiden”.

Und von dem Schrecken und Angst des Gewissens redet die Schrift im 38. Psalm: “Denn meine Missetaten sind über mein Haupt gegangen; wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer geworden.” Und im 6. Psalm: “Herr, sei mir gnädig, denn ich bin schwach! Heile mich, Herr; denn meine Gebeine sind erschrocken, und meine Seele ist sehr erschrocken usw. Ach du Herr, wie lange!” Und Jes. 38: “Ich sprach: Nun muss ich zur Höllen Pforten fahren, da ich länger zu leben gedachte usw. Ich dachte: Möchte ich bis morgen leben; aber er zerbrach mir alle meine Gebeine wie ein Löwe.” Item: “Meine Augen wollten mir brechen; Herr, ich leide Not!” usw.

In denselben Ëngsten fühlt das Gewissen Gottes Zorn und Ernst wider die Sünde, welches gar eine unbekannte Sache ist solchen müßigen und fleischlichen Leuten wie den Sophisten und ihresgleichen. Denn da merkt erst das Gewissen, was die Sünde für ein großer Ungehorsam gegen Gott ist, da drückt erst recht das Gewissen der schreckliche Zorn Gottes, und es ist unmöglich der menschlichen Natur, denselben zu tragen, wenn sie nicht durch Gottes Wort würde aufgerichtet.

Also sagt Paulus: “Durch das Gesetz bin ich dem Gesetz gestorben.”

Denn das Gesetz klagt allein die Gewissen an, gebietet, was man tun solle, und erschreckt sie. Und da reden die Widersacher nicht ein Wort vom Glauben, lehren also kein Wort vom Evangelio noch von Christo, sondern eitel Gesetzlehre und sagen, dass die Leute mit solchem Schmerz, Reü und Leid, mit solchen Ëngsten Gnade verdienen, doch wo sie aus Liebe Gottes Reü haben oder Gott lieben. Lieber Herr Gott, was ist doch das für eine Predigt für die Gewissen, denen Trosts vonnöten ist! Wie können wir doch dann Gott lieben, wenn wir in so hohen, großen Ëngsten und unsäglichem Kampf stecken, wenn wir so großen, schrecklichen Gottes Ernst und Zorn fühlen, welcher sich da stärker fühlt, denn kein Mensch auf Erden nachsagen oder reden kann? Was lehren doch solche Prediger und Doctores anders denn eitel Verzweiflung, die in so großen Ëngsten einem armen Gewissen kein Evangelium, keinen Trost, allein das Gesetz predigen?

Wir aber setzen das andere Stück der Buße dazu, nämlich den Glauben an Christum, und sagen, dass in solchem Schrecken den Gewissen soll vorgehalten werden das Evangelium von Christo, in welchem verheißen ist Vergebung der Sünden aus Gnaden durch Christum. Und solche Gewissen sollen glauben, dass ihnen um Christus’ willen Sünden vergeben werden. Derselbe Glaube richtet wieder auf, tröstet und macht wieder lebendig und fröhlich solche zerschlagene Herzen; wie Paulus zu den Röm. 5 sagt: “So wir nun gerechtfertigt sind, so haben wir Frieden mit Gott.”

Derselbe Glaube zeigt recht an den Unterschied unter der Reü Judä und Petri, Sauls und Davids. Und darum ist Judä und Sauls Reü nicht nütze gewesen; denn da ist nicht Glaube gewesen, der sich gehalten hätte an die Verheißung Gottes durch Christum. Dagegen sind Davids und St. Peters Reü rechtschaffen gewesen; denn da ist der Glaube gewesen, welcher gefaßt hat die Zusage Gottes, welche anbietet Vergebung der Sünden durch Christum. Denn eigentlich ist in keinem Herzen einige Liebe Gottes, es sei denn, dass wir erst Gott versöhnt werden durch Christum.

Denn Gottes Gesetz oder das erste Gebot kann ohne Christum niemand erfüllen noch halten; wie Paulus zu den Ephesern, 2, 18; 3, 12, sagt: “Durch Christum haben wir einen Zutritt zu Gott.” Und der Glaube kämpft das ganze Leben durch wider die Sünde und wird durch mancherlei Anfechtungen probiert und nimmt zu. Wo nun der Glaube ist, da folgt denn erst die Liebe Gottes, wie wir hier oben gesagt.

Und das heißt also recht gelehrt, was timor filialis sei, nämlich ein solches Fürchten und Erschrecken vor Gott, da dennoch der Glaube an Christum uns wiederum tröstet. Servilis timor autem, knechtliche [knechtische] Furcht, ist Furcht ohne Glauben, da wird eitel Zorn und Verzweiflung.

Die Gewalt nun der Schüssel, die verkündigt uns durch die Absolution das Evangelium. Denn das Wort der Absolution verkündigt mir Frieden und ist das Evangelium selbst. Darum wenn wir vom Glauben reden, wollen wir die Absolution mitbegriffen haben. Denn der Glaube ist aus dem Gehör, und wenn ich die Absolution höre, das ist, die Zusage göttlicher Gnade oder das Evangelium, so wird mein Herz und Gewissen getröstet.

Und weil Gott durch das Wort wahrlich neu Leben und Trost ins Herz gibt, so werden auch durch [die] Gewalt der Schlüssel wahrhaftig hier auf Erden die Sünden losgezählt, also dass sie vor Gott im Himmel los sind, wie der Spruch lautet;: “Wer euch höret, der höret mich.” Darum sollen wir das Wort der Absolution nicht weniger achten noch glauben, denn wenn wir Gottes klare Stimme vom Himmel hörten,

und die Absolution, das selige, tröstliche Wort, sollte billig das Sakrament der Buße heißen, wie denn auch etliche Scholastici, welche gelehrter denn die andern gewesen, davon reden.

Und derselbe Glaube an das Wort soll für und für gestärkt werden durch Predigthören, durch Lesen, durch Brauch der Sakramente. Denn das sind die Siegel und Zeichen des Bundes und der Gnade in neün Testament; das sind Zeichen der Versöhnung und Vergebung der Sünden. Denn sie bieten an Vergebung der Sünden, wie denn klar zeugen die Worte im Abendmahl: “Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird” usw. “Das ist der Kelch des neün Testaments” usw. Also wird auch der Glaube gestärkt durch das Wort der Absolution, durch die Prediger des Evangelii, durch Empfangung des Sakraments, damit er in solchen Schrecken und Ëngsten des Gewissens nicht untergehe.

Das ist eine klare, gewisse, richtige Lehre von der Buße; dadurch kann man verstehen und wissen, was die Schlüssel sind oder nicht sind, was die Sakramente nütze sind, was Christi Wohltat ist, warum und wie Christus unser Mittler ist.

Weil aber die Widersacher verdammen, dass wir die zwei Teile der Buße gesetzt haben, so müssen wir anzeigen, dass nicht wir, sondern die Schrift diese zwei Stücke der Buße oder Bekehrung also ausdrückt. Christus sagt Matthäi 11: “Kommt zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, und ich will euch erquicken.” Da sind zwei Stücke: die Last oder die Bürde, da Christus von redet, das ist, der Jammer, das große Erschrecken vor Gottes Zorn im Herzen; zum andern das Kommen zu Christo, denn das Kommen ist nichts anderes, denn glauben, dass um Christus’ willen uns Sünden vergeben werden, und dass wir durch den Heiligen Geist neugeboren und lebendig werden.

Darum müssen diese zwei die vornehmsten Stücke in der Buße sein: die Reü und der Glaube. Und Marci am 1. sagt Christus: “Tut Buße und Glaubet dem Evangelio!” Für das erste macht er uns zu Sündern und schreckt uns. Zum andern tröstet er uns und verkündigt Vergebung der Sünden. Denn dem Evangelio glauben heißt nicht allein die Historien des Evangelii glauben, welchen Glauben auch die Teufel haben, sondern heißt eigentlich glauben, dass uns durch Christum Sünden vergeben sind; denn denselben Glauben predigt uns das Evangelium. Da seht ihr auch die zwei Stücke: die Reü oder das Schrecken des Gewissens, da er sagt: “Tut Buße!” und den Glauben, das er sagt: “Glaubet dem Evangelio!” Ob nun jemand wollte sagen, Christus begreift auch die Früchte des Buße, das ganze neü Leben, das fechten wir nicht groß an. Es ist uns hier genug, dass die Schrift diese zwei Stücke vornehmlich ausdrückt: Reü und Glauben.

Paulus in allen Episteln, sooft er handelt, wie wir bekehrt werden, faßt er diese zwei Stücke zusammen: Sterben des alten Menschen, das ist, Reü, Erschrecken vor Gottes Zorn und Gericht, und dagegen Verneürung durch den Glauben. Denn durch [=den] Glauben werden wir getröstet und wieder zum Leben gebracht und errettet von Tod und Hölle. Von diesen zwei Stücken redet er klar Röm. 6, 2. 4. 11: “Dass wir der Sünde gestorben sind”, das geschieht durch Reü und Schrecken; “und wiederum sollen wir mit Christo auferstehen”, das geschieht, so wir durch [den] Glauben wiederum Trost und Leben erlangen. Und weil Glaube soll Trost und Frieden im Gewissen bringen laut des Spruchs Röm. 5, 1: “So wir gerecht sind worden durch den Glauben, haben wir Frieden”, folgt, dass zuvor Schrecken und Angst im Gewissen ist. Also gehen Reü und Glaube nebeneinander.

Obwohl, was ist not, viel Sprüche oder Zeugnisse der Schrift einzuführen, so die ganze Schrift einzuführen, so die ganze Schrift der Sprüche voll ist? Als im 118. Psalm: “Der Herr züchtigt mich wohl, aber er gibt mich dem Tode nicht.” Und im 119. Psalm: “Meine Seele vergehet vor Grämen; richte mich auf nach deinen Worten!” Erstlich sagt er von Schrecken oder von der Reü.

Im andern Stück des Verses zeigt er klar an, wie ein reuig arm Gewissen wieder getröstet wird, nämlich durch das Wort Gottes, welches Gnade anbietet und wieder erquickt. Item 1 Sam. 2: “Der Herr tötet und macht lebendig; er führt in die Hölle und wieder heraus” Da werden auch die zwei Stücke gerührt [berührt]: Reü und Glaube.

Item Jesaia am 28.: “Der Herr wird zürnen, dass er sein Werk tü, welches doch nicht sein Werk ist.” Er sagt: Gott werde schrecken, obwohl dasselbe nicht Gottes Work sei; denn Gottes eigen Werk ist, lebendig machen. Andere Werke, als Schrecken, Töten, sind nicht Gottes eigene Werke. Denn Gott macht allein lebendig, und wenn er schreckt, tut er’s darum, dass sein seliger Trost uns desto angenehmer und süßer werde; denn sichere und fleischliche Herzen, die Gottes Zorn und ihre Sünde nicht fühlen, achten keines Trosts.

Auf die Weise pflegt die Heilige Schrift die zwei Stücke beieinander zu setzen, erstlich das Schrecken, danach den Trost, dass sie anzeige, dass diese zwei Stücke zu einer rechten Buße oder Bekehrung gehören, erstlich herzliche Reü, danach glaube, der das gewissen wieder aufrichte. Und ist je gewiß also, dass nicht wohl möglich ist, von der Sache klarer oder richtiger zu reden. So wissen wir fürwahr, dass Gott in seinen Christen, in der Kirche, also wirkt.

Dies sind nun die vornehmsten zwei Werke, dadurch Gott in den Seinen wirkt. Von den zwei Stücken redet die ganze Schrift: erstlich, dass er unsere Herzen erschreckt und uns die Sünde zeigt; zum andern, dass er widererum uns tröstet, aufrichtet und lebendig macht. Darum führt auch die ganze Schrift diese zweierlei Lehre: Eine ist das Gesetz, welche uns zeigt unsern Jammer, straft die Sünde. Die andere Lehre ist das Evangelium; denn Gottes Verheißung, da er Gnade zusagt durch Christum, und die Verheißung der Gnade wird von Adam her durch die ganze Schrift immer wiederholt. Denn erstlich ist die Verheißung der Gnade oder das erste Evangelium Adam zugesagt: “Ich will Feindschaft setzen” usw. Hernach sind Abraham und andern Patriarchen von demselben Christo Verheißungen geschehen, welche dann die Propheten hernach gepredigt; Und zuletzt ist dieselbe Verheißung der Gnade durch Christum selbst, als er nun gekommen war, gepredigt unter den Juden und endlich durch die Apostel unter die Heiden in alle Welt ausgebreitet.

Denn durch den Glauben an das Evangelium oder an die Zusage von Christo sind alle Patriarchen, alle Heiligen von Anbeginn der Welt gerecht vor Gott geworden und nicht um ihrer Reü oder Leids oder einigerlei Werke willen.

Und die Exempel, wie die Heiligen sind from geworden, zeigen auch die obgedachten zwei Stücke an, nämlich das Gesetz und Evangelium. Denn Adam, als er gefallen war, wird er erst gestraft, dass sein Gewissen erschrickt und in große Ëngste kommt; dasselbe ist die rechte Reü oder contritio. Hernach sagt ihm Gott Gnade und Heil zu durch den gebenedeiten Samen, das ist, Christum, durch welchen der Tod, die Sünde und des Teufels Reich sollte zerbrochen werden; da bietet er ihm wieder an Gnade und Vergebung der Sünden. Das sind die zwei Stücke. Denn obwohl Gott hernach Adam Strafe auflegt, so verdient er doch durch die Strafe nicht Vergebung der Sünden. Und von derselben aufgelegten Strafe wollen wir hernach sagen.

Also wird David vom Propheten Nathan hart angeredet und erschreckt, dass er spricht und bekennt: “Ich habe vor dem Herrn gesündigt.” Das ist nun die Reü. Hernach hört er das Evangelium und die Absolution: “Der Herr hat deine Sünde weggenommen, du sollst nicht sterben.” Als David das Wort glaubt, empfängt sein Herz wieder Trost, Licht und Leben.

Und obwohl ihm auch die Strafe wird aufgelegt, so verdient er doch durch die Strafe nicht Vergebung der Sünden. Und es sind auch wohl Exempel, da solche sonderliche Strafen nicht dazugetan werden, sondern diese zwei Stücke gehören allzeit vornehmlich zu einer rechten Buße: erstlich, dass unser Gewissen die Sünde erkenne und erschrecke; zum andern, dass wir der göttlichen Zusage glauben. Als Luk. 7 kommt das arme, sündige Weib zu Christo und weint bitterlich. Das Weinen zeigt die Reü an. Hernach hört sie das Evangelium: “Deine Sünden sind dir vergeben; dein Glaube hat dir geholfen; gehe hin in Frieden.” Das ist nun das andere, vornehmste Stück der Buße, nämlich der Glaube, der sie wieder tröstet.

Aus diesem können hier alle christlichen Leser merken, dass wir nicht unnötige Disputationes einführen, sondern klar, richtig und eigentlich die Stücke der Buße setzen, ohne welche die Sünden nicht können vergeben werden, ohne welche niemand vor Gott fromm, heilig oder neugeboren wird. Die Früchte aber und guten Werke, item Geduld, dass wir gern leiden Kreuz und Strafe, was Gott dem alten Adam auflegt, das alles folgt, wenn also erst durch den Glauben die Sünde vergeben ist und wir neugeboren sind. Und wir haben diese zwei Stücke klar gesetzt, damit der Glaube an Christum, davon die Sophisten, Kanonisten alle geschwiegen, auch einmal gelehrt werde, damit man auch desto klarer sehen möge, was der Glaube sei oder nicht sei, wenn er also gegen das große Schrecken und Angst gehalten wird.

Weil aber die Widersacher diesen klaren, gewissen, trefflichsten Artikel ohne alle Scheu und Scham namhaftig verdammen, da wir sagen, dass die Menschen Vergebung der Sünden erlange durch den Glauben an Christum, so wollen wir des etliche Gründe und Beweisungen setzen, aus welchen zu verstehen sei, dass wir Vergebung der Sünden nicht erlangen ex opere operato oder durch das getane Werk, durch Reü oder Leid usw., sondern allein durch den Glauben, da ein jeder für sich selbst glaubt, dass ihm [die] Sünden vergeben sind. Denn dieser Artikel ist der vornehmste und nötigste, darum wir mit den Widersachern streiten; welcher auch der nötigste ist allen Christen zu wissen. So wir aber hier oben im Artikel De iustificatione von demselben genugsam gesagt, so wollen wir desto kürzer hier dasselbe handeln.

Die Widersacher, wenn sie vom Glauben reden, sagen sie, der Glaube müsse vor der Buße hergehen, und verstehen nicht den Glauben, welcher vor Gott gerecht macht, sondern den Glauben, durch welchen in genere, das ist, insgemein, geglaubt wird, dass ein Gott sei, dass eine Hölle sei usw. Wir reden aber darüber [außerdem] von einem Glauben, da ich für mich gewiß glaube, dass mir die Sünden vergeben sind um Christus’ willen. Von diesem Glauben streiten wir, der nach dem Schrecken folgen soll und muss, und das Gewissen trösten und das Herz in dem schweren Kampf und Angst wieder zufrieden machen. Und das wollen wir, will’s Gott, ewiglich verfechten und wider alle Pforten der Hölle erhalten, dass derselbe Glaube muss da sein, sollen jemand Sünden vergeben werden. Darum setzen wir dieses Stück auch zur Buße. Es kann auch die christliche Kirche nicht anders halten, denn dass Sünden vergeben werden durch solchen Glauben, obwohl die Widersacher als die wütenden Hunde dawider bellen.

Für das erste Frage ich hier die Widersacher, ob es auch ein Stuck der Buße sei, die Absolution hören oder empfangen. Denn wo sie die Absolution absondern von der Beichte, wie sie denn subtil sein wollen zu distinguieren, so wird niemand wissen oder sagen können, was die Beichte ohne die Absolution nütze sei. So sie aber die Absolution von der Beichte nicht absondern, so müssen sie sagen, dass der Glaube an das Wort Christi sei ein Stück des Buße, so man die Absolution nicht empfangen kann denn allein durch den Glauben. Dass man aber das Wort der Absolution nicht empfangen kann denn allein durch den Glauben, ist zu beweisen aus Paulo, Röm. 4, da et sagt, dass die Verheißung Gottes niemand fassen kann denn allein durch den Glauben. Die Absolution aber ist nichts anderes denn das Evangelium, eine göttliche Zusage der Gnade und Huld Gottes usw.

Darum kann man sie nicht haben noch erlangen denn allein durch den Glauben. Denn wie kann denjenigen das Wort der Absolution nütze werden, die sie nicht glauben? Die Absolution aber nicht glauben, was ist das anders, denn Gott Lügen strafen? Weil das Herz wankt, zweifelt, hält’s für ungewiß, was Gott da zusagt. Darum steht 1 Joh. 5 geschrieben: “Wer Gott nicht glaubt, der lügenstraft ihn, denn er glaubt nicht dem Zeugnis, das Gott von seinem Sohne zeugt.”

Zum andern, so müssen je die Widersacher gewiß bekennen, dass die Vergebung der Sünden sei ein Stück oder, dass wir auf ihre Weise reden, sei finis, das Ende, oder terminus ad quem der ganzen Buße. Denn was hülfe Buße, wenn nicht Vergebung der Sünden erlangt würde? Darum dasjenige, dadurch Vergebung der Sünden erlangt wird, soll und muss je ein vornehmstes Stück der Buße sein. Eigentlich ist es aber wahr, klar und gewiß, wenn [wenngleich] alle Teufel, alle Pforten der Hölle dawider schrien, dass das Wort von der Vergebung der Sünden niemand fassen kann denn allein durch den Glauben. Röm. 3: “Welchen Gott hat vorgestellt zu einem Gnadenstuhl durch den glauben” usw. Item Röm. 5: “Durch welchen wir auch einen Zutritt haben im Glauben zu dieser Gnade” usw.

Denn ein erschrocken Gewissen, das seine Sünde fühlt, merkt bald, dass Gottes Zorn mit unsern elenden Werken nicht zu versöhnen ist, sondern also kommt ein Gewissen recht zum Frieden, wenn es sich hält an den Mittler Christum und glaubt den göttlichen Zusagungen. Denn diejenigen verstehen nicht, was Vergebung der Sünden sei, oder wie man dieselbe erlangt, die da wähnen, die Herzen und Gewissen könnten gestillt werden ohne den Glauben an Christum.

Petrus der Apostel führt ein den Spruch Jes. 49: “Wer an ihn glaubt, der wird nicht zuschanden werden.” Derhalben müssen die Heuchler vor Gott zuschanden werden, die da meinen, sie wollen Vergebung der Sünden erlangen durch ihre Werke, nicht um Christus’ willen. Und Petrus in den Geschichten der Apostel am 10. sagt: “Dem Jesu geben Zeugnis alle Propheten, dass diejenigen Vergebung der Sünden durch seinen Namen erlangen, so an ihn glauben.” Er hätte nicht klarer reden können, denn dass er sagt: “durch seinen Namen”, und setzt dazu: “alle, die an ihn glauben”. Darum erlangen wir Vergebung der Sünden durch den Namen Christi, das ist, um Christus’ willen, nicht um unsers Verdienstes oder Werke willen, und das geschieht also, wenn wir glauben, dass uns Sünden vergeben werden um Christus’ willen.

Die Widersacher schreien wohl, sie seien die christliche Kirche, und sie hielten, was die catholica, gemeine Kirche hält. Petrus aber, der Apostle, hier in unserer Sache und unserm höchsten Artikel rühmt auch eine catholica, gemeine Kirche, da er sagt: “Dem Jesu geben Zeugnis alle Propheten, dass wir Vergebung der Sünden erlangen durch seinen Namen.” Ich meine je, wenn alle heiligen Propheten einträchtig zusammenstimmen (nachdem Gott auch einen einigen Propheten für einen Weltschatz actet), solle je auch ein Dekret, eine Stimme und einträchtiger starker Beschluß sein der gemeinen, katholischen, christlichen, heiligen Kirche und billig dafürgehalten werden. Wir werden weder Papst, Bischof noch Kirche die Gewalt einräumen, wider aller Propheten einträchtige Stimme etwas zu halten oder zu [be]schließen.

Noch [dennoch] hat Papst Leo X. diesen Artikel als irrig dürfen verdammen. Und die Widersacher verdammen dieses auch. Darum ist genug am Tag, was das für eine feine christliche Kirche sei, die nicht allein durch öffentliche, geschriebene Dekrete und Mandate diesen Artikel, nämlich dass wir Vergebung der Sünden ohne Werke, durch den Glauben an Christum erlangen, verdammen darf, sondern auch über dem Bekenntnis dieses Artikels unschuldig Blut verdammen und erwürgen. Sie dürfen Gebote ausgehen lassen, dass man fromme, redliche Leute, die also lehren, solle verjagen, und trachten ihnen durch allerlei Tyrannei, als die Bluthunde, nach Leib und Leben.

Aber sie werden vielleicht sagen, sie haben [hätten] auch Lehrer für sich, Scotum, Gabrielem und dergleichen, die auch großen Namen haben, dazu auch die Sprüche der Väter, welche im Dekret verstümpelt [verstümmelt] angezogen. Ja, es ist wahr, sie heißen alle Lehrer und Skribenten, aber am Gesange kann man merken, welche Vögel es sind. Dieselben Skribenten haben nichts anderes denn Philosophie gelehrt und von Christo und Gottes Werk nichts gewußt; das beweisen ihre Bücher klar.

Derhalben lassen wir uns nicht irren, sondern wissen fürwahr, dass wir das Wort des heiligen Apostels Petri, als eines großen Doktors, fröhlich mögen halten gegen alle Sententiarios über einen Haufen, und wenn ihrer viel tausend wären.

Denn Petrus sagt klar, es sei eine einträchtige Stimme aller Propheten, und dieselbe herrliche Predigt des hohen, großen Apostels hat Gott kräftig dasmal bestätigt durch Austeilung des Heiligen Geistes.

Denn also sagt der Text: “Als Petrus noch redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhörten.”

Derhalben sollen die christlichen Gewissen das wohl merken, dass dieses Gottes Wort und Gebot ist, dass uns ohne Verdienst Sünden vergeben werden durch Christum, nicht um unserer Werke willen, und solch Gotteswort und =gebot ist ein rechter, starker, gewisser, unvergänglicher Trost wider alles Schrecken der Sünde, des Todes, wider alle Anfechtung und Verzweiflung, Qual und Angst des Gewissens.

Da wissen die müßigen Sophisten wenig von, und die selige Predigt, das Evangelium, welche Vergebung der Sünden predigt durch den gebenedeiten Samen, das ist, Christum, ist von Anbeginn der Welt aller Patriarchen, aller frommen Könige, aller Propheten, aller Gläubigen größter Schatz und Trost gewesen; denn sie haben an denselben Christum geglaubt, da wir an glauben. Denn von Anfang der Welt ist kein Heiliger anders denn durch den Glauben desselben Evangelii selig geworden. Darum sagt auch Petrus, es sei eine einträchtige Stimme aller Propheten (und die Apostel predigen auch einträchtig gleich dasselbe), und zeigt an, dass die Propheten gleich als durch einen Mund geredet haben. Darüber sind die Zeugnisse der heiligen Väter. Denn Bernhardus sagt mit klaren Worten also: “Darum ist vor allen Dingen not zu wissen, dass wir Vergebung der Sünden nicht anders haben können denn durch Gottes Gnade; doch sollst du dieses dazusetzen, dass du das glaubst, dass auch dir, nicht allein andern, durch Christum Sünden vergeben werden. Das ist das Zeugnis des Heiligen Geistes inwendig in deinem Herzen, dir selbst sind deine Sünden vergeben. Denn also nennt’s der Apostel, dass der Mensch ohne Verdienst gerecht wird, durch den Glauben.”

Diese Worte St. Bernhards streichen erst diese unsere Lehre recht heraus und setzen sie recht an das Licht. Denn er sagt, dass wir nicht allein insgemein glauben sollen, dass uns Sünden vergeben werden, sondern sagt, dieses muss dazugesetzt werden, dass ich für mich glaube, dass mir Sünden vergeben seien. Und lehrt darüber noch eigentlicher und klarer, wie wir inwendig im Herzen der Gnade, der Vergebung unserer Sünden gewiß werden, nämlich wenn die Herzen getröstet werden und gestillt inwendig durch diesen Trost. Wie aber nun, ihr Widersacher? Ist St. Bernhard auch ein Ketzer? Was wolt ihr doch mehr haben? Wollt ihr noch leugnen, dass wir Vergebung der Sünden erlangen durch den Glauben.?

Für das dritte sagen die Widersacher, dass die Sünde also vergeben werde, quia attritus vel contritus elicit actum dilectionis Dei; wenn wir uns aus der Vernunft vornehmen, Gott zu lieben, durch das Werk, sagen sie, erlangen wir Vergebung der Sünden. Das ist nichts anderes, denn das Evangelium und die göttlichen Verheißungen abtun und eitel Gesetz lehren; denn sie reden von eitel Gesetz und unsern Werken; denn das Gesetz fordert Liebe. Darum lehren sie vertraün, dass wir Vergebung der Sünden erlangen durch solche Reü und unser Lieben. Was ist das anders, denn vertraün auf unsere Werke, nicht auf die Zusage oder Verheißung von Christo? So nun das Gesetz genug ist, Vergebung der Sünden zu erlangen, was ist Christi, was ist des Evangelii vonnöten?

Wir aber weisen die Gewissen ab von dem Gesetz, von ihren Werken auf das Evangelium und die Verheißung der Gnade. Denn das Evangelium, das bietet Christum an und eitel Gnade und heißt uns auf die Zusage vertraün, dass wir um Christus’ willen versöhnt werden dem Vater, nicht um unserer Reü oder Liebe willen; denn es ist kein anderer Mittler oder Versöhner denn Christus. So können wir das Gesetz nicht erfüllen, wenn wir nicht erst durch Christum versöhnt sind; Und ob wir schon etwas Gutes tun, so müssen wir es doch dafürhalten, dass wir nicht um der Werke willen, sondern um Christus’ willen Vergebung der Sünden erlangen.

Derhalben heißt das Christum geschmäht und das Evangelium abgetan, wenn jemand wollte halten, dass wir Vergebung der Sünden durch das Gesetz oder auf andere Weise denn durch den Glauben an Christum erlangen. Und dieses haben wir auch oben gehandelt De iustificatione, da wir gesagt haben, warum wir lehren, dass wir durch den Glauben gerecht werden und nicht durch die Liebe Gottes oder durch unsere Liebe gegen Gott.

Derhalben, wenn die Widersacher lehren, dass wir durch Reü und Liebe Vergebung der Sünden erlangen und darauf vertraün, ist nichts anderes, denn das Gesetz lehren, welches sie dennoch nicht verstehen, was es für eine Liebe gegen Gott fordere, sondern sehen wie die Juden allein in das verdeckte Angesicht Mosis. Denn ich will gleich setzen, dass die Werke und die Liebe da seien; dennoch können weder Werke noch Liebe Gott versöhnen, oder als viel als Christus gelten, wie der Psalm sagt: “Du wollest nicht mit deinem Knechte in das Gericht gehen” usw. Darum sollen wir die Ehre Christi nicht unsern Werken geben.

Aus dieser Ursache streitet Paulus, dass wir nicht durch das Gesetz gerecht werden, und hält gegen das Gesetz die Zusage Gottes, die Verheißung der Gnade, welche um Christus’ willen uns gegeben wird. Da rückt uns Paulus herum und weist uns vom Gesetz auf die göttliche Verheißung; da will er, dass wir sollen auf Gott und seine Zusage sehen und den Herrn Christum für unsern Schatz halten; denn dieselbe Zusage wird vergeblich sein, so wir durch des Gesetzes Werke gerecht vor Gott werden, so wir durch unsere Gerechtigkeit Vergebung der Sünden verdienen.

Nun ist es gewiß, dass Gott darum die Zusage tut, darum Christus auch gekommen ist, dass wir das Gesetz nicht halten noch erfüllen können. Darum müssen wir erst durch die Verheißung versöhnt werden, ehe wir das Gesetz erfüllen; die Verheißung aber kann man nicht fassen denn allein durch den Glauben. Darum alle diejenigen, so rechte Reü haben, ergreifen die Verheißung der Gnade durch den Glauben und glauben gewiß, dass wir dem Vater versöhnt werden durch Christum.

Das ist auch die Meinung Pauli zu den Römern am 4.: “Darum erlangen wir Gnade durch den Glauben, dass die Verheißung fest stehe.” Und zu den Galatern am 3.: “Die Schrift hat alles unter die Sünde beschlossen, dass die Verheißung Jesu Christi durch den Glauben werde gegeben den Gläubigen”, das ist, alle Menschen sind unter der Sünde und können nicht erlöst werden, sie ergreifen denn Vergebung der Sünden durch den Glauben.

Darum müssen wir erst Vergebung der Sünden durch den Glauben erlangen, ehe wir das Gesetz erfüllen. Obwohl, wie wir oben gesagt, aus dem Glauben die Liebe gewiß folgt, denn diejenigen, so glauben, empfangen den Heiligen Geist. Darum fangen sie an, dem Gesetz hold zu werden und demselben zu gehorchen.

Wir wollten hier mehr Sprüche einführen, aber die Schrift ist deren allenthalben voll. Ich wollte es auch gern nicht zu lang machen, damit diese Sache desto klarer sei.

Denn es hat gar keinen Zweifel, dass dieses Pauli Meinung sei, das wir Vergebung der Sünden erlange um Christus’ willen durch den Glauben, dass wir auch den Mittler setzen müssen gegen Gottes Zorn, nicht unsere Werke. Es sollen sich auch fromme, christliche Gewissen daran nichts irren, ob die Widersacher die klaren Sprüche Pauli fälschlich auslegen und unrecht deuten. Denn so einfältig, so gewiß und rein, so klar kann man nichts reden oder schreiben, man kann ihm mit Worten eine andere Nase machen. Wir sind aber des gewiß und wissen’s fürwahr, dass die Meinung, die wir gesetzt, die rechte Meinung Pauli ist. So hat das auch keinen Zweifel, dass diese Lehre allein ein recht gewisser Trost ist, die Herzen und Gewissen in rechtem Kampf und in agone des Todes und Anfechtung zu stillen, zu trösten, wie es die Erfahrung gibt.

Derhalben nur weit, weit von uns mit den pharisäischen Lehren der Widersacher, da sie sagen, dass wir Vergebung der Sünden nicht durch den Glauben erlangen, sondern dass wir sie verdienen müssen mit unsern Werken und mit unserer Liebe gegen Gott; item dass wir mit unsern Werken und Liebe sollen Gottes Zorn versöhnen! Denn es ist eine recht pharisäische Lehre, eine Lehre des Gesetzes, nicht des Evangelii, da sie lehren, dass der Mensch erst durch das Gesetz gerecht werde, ehe er durch Christum Gott versöhnt werde, so doch Christus sagt: “ohne mich könnt ihr nichts tun”; item: “Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.”

Die Widersacher aber, die reden davon, als seien wir nicht Christi Reben, sondern Mosis. Denn sie wollen erst durchs Gesetz fromm und gerecht vor Gott werden und erst unsere Werke und Dilektion Gott opfern, ehe sie Reben am Weinstock Christi sind. Paulus aber, welcher freilich ein viel höherer Doktor ist denn die Widersacher, redet klar und streitet wiederum dies allein, dass niemand das Gesetz tun könne ohne Christum. Darum diejenigen, so die Sünde und Angst des Gewissens recht fühlen oder erfahren haben, die müssen sich an die Zusage der Gnade halten, dass sie durch den Glauben erst Gott versöhnt werden um Christus’ willen, ehe sie das Gesetz erfüllen.

Dieses alles ist öffentlich und klar genug bei gottesfürchtigen Gewissen. Und hieraus werden Christen wohl verstehen, warum wir hieroben gesagt haben, dass wir allein durch den Glauben vor Gott gerecht werden, nicht durch unsere Werke oder Dilektion usw. Denn all unser Vermögen, alles Tun und Werk sind zu schwach, Gottes Zorn vegzunehmen und zu stillen; darum müssen wir Christum, den Mittler, darstellen.

Endlich aber sollten die Widersacher bedenken: wann will doch ein arm Gewissen zu Frieden kommen und stille werden, so wir Gnade und Vergebung der Sünden darum erlangen, dass wir Gott liebhaben, oder dass wir das Gesetz erfüllen? Das Gesetz wird uns allzeit anklagen; denn kein Mensch erfüllt das Gesetz, wie Paulus sagt: “Das Gesetz richtet Zorn an.” Es fragt Chrysostomus, so fragen auch die Sententarii, wie einer gewiß wird, dass ihm die Sünden vergeben seien. Es ist wahrlich wohl Fragens wert. Wohl dem, der da recht Antwort gibt! Auf diese allernötigste Frage ist nicht möglich zu antworten, es ist auch nicht möglich, das Gewissen in Anfechtung recht zu trösten oder zu stillen, man antworte denn auf diese Meinung. Es ist Gottes Beschluß, Gottes Befehl von Anbeginn der Welt her, dass uns durch den Glauben an den gebenedeiten Samen, das ist, durch den Glauben, um Christus’ willen, ohne Verdienst sollen Sünden vergeben werden. So jemand aber daran wankt oder zweifelt, der lügenstraft Gott in seiner Verheißung, wie Johannes sagt. Da sagen wir nun, dass ein Christ solches für gewiß als Gottes Befehl halten soll, und hält er’s also, so ist er gewiß und fühlt Frieden und Trost. Die Widersacher, wenn sie lange predigen und lehren außer dieser Lehre, lassen sie die armen Gewissen im Zweifel stecken.

Da ist nicht möglich, dass da sollte Ruhe sein, ein still oder friedlich Gewissen, wenn sie Zweifeln, ob Gott gnädig sei. Denn so sie zweifeln, ob sie einen gnädigen Gott haben, ob sie recht tun, ob sie Vergebung der Sünden haben, wie können sie denn in dem Zweifel Gott anrufen, wie können sie gewiß sein, dass Gott ihr Gebet achte und erhöre? Also ist all ihr Leben ohne Glauben, und können Gott nicht recht dienen. Das ist’s, das Paulus zu den Römern sagt: “Was nicht aus dem Glauben ist, das ist Sünde.” Und weil sie in dem Zweifel allzeit und ewig stecken bleiben, so erfahren sie nimmer, was Gott, was Christus, was Glaube sei. Darüber geht’s zuletzt also, dass sie in Verzweiflung, ohne Gott, ohne alle Gotteserkenntnis sterben. Eine solch schädliche Lehre führen die Widersacher, nämlich eine solche Lehre, dadurch das ganze Evangelium wird weggetan, Christus unterdrückt, die Leute in Herzeleid und Qual der Gewissen, endlich, wenn Anfechtungen kommen, in Verzweiflung geführt. Dieses wolle nun Kaiserliche Majestät gnädiglich betrachten und wohl aufsehen; es belangt [betrifft] nicht Gold oder Silber, sondern Seelen und Gewissen. Auch wollen alle Ehrbaren, Verständigen hier wohl aufmerken, was diese Sache sei oder nicht sei.

Heir mögen wir leiden, dass alle ehrbaren Leute urteilen, welcher Teil für die christlichen Gewissen das Nützlichste gelehrt habe, wir oder die Widersacher. Denn wahrlich soll man es dafürhalten, dass uns mit Zank und Zwiespalt nicht wohl ist. Und wenn es nicht die größten, allerwichtigsten Ursachen hätte, nämlich unser aller Gewissen, Heil und Seele belangend, warum wir dieses müssen mit den Widersachern so heftig streiten, so wollten wir wohl schweigen. Aber nachdem sie das heilige Evangelium, alle klare Schrift der Apostel, die göttliche Wahrheit, verdammen, so können wir mit Gott und Gewissen diese selige Lehre und göttliche Wahrheit, daran wir endlich, wenn dies arme zeitliche Leben aufhört und aller Kreaturen Hilfe aus ist, den einigen, ewigen, höchsten Trost [er]warten, nicht verleugnen, auch von dieser Sache in keinem Wege weichen, welche nicht unser allein ist, sondern der ganzen Christenheit, und belangt den höchsten Schatz, Jeum Christum.

Wir haben nun angezeigt, aus was Ursachen wir die zwei Stücke der Buße gesetzt haben, nämlich die Reü und den Glauben. Und das haben wir darum auch getan, denn man findet allerlei Sprüche hin und wieder in Büchern der Widersacher von der Buße, welche sie aus Augustino und den andern alten Vätern stückweise, verstümmelt einführen, welche sie denn allenthalben dahin gedeutet und gestreckt haben, die Lehre vom Glauben ganz unterzudrücken [zu unterdrücken]. Als diesen Spruch haben sie gesetzt: “Die Buße ist ein Schmerz, dadurch die Sünde gestraft wird.” Item: “Die Buße ist, dass ich beweine die vorigen Sünden und die beklagten Sünden nicht wieder tü.” In den Sprüchen wird des Glaubens gar nicht gedacht, und auch in ihren Schulen, da sie gleich solche Sprüche nach der Länge [weitläufig] handeln, gedenken sie des Glaubens gar nicht.

Darum, damit die Lehre vom Glauben desto bekannter würde, haben wir den Glauben für ein Stück der Buße gesetzt. Denn die Sprüche, die unsere Reü und unsere guten Werke lehren und des Glaubens gar nicht gedenken, die sind gar fährlich [ganz gefährlich]. wie die Erfahrung gibt.

Darum, wenn sie die große Fahr der Seelen und Gewissen bedacht hätten, sollten die Sententiarii und Kanonisten über ihr Dekret billig weislicher geschrieben haben. Denn so die Väter von dem andern Teil der Buße auch reden, nicht allein von einem Teil, sondern von beiden, von der Reü und vom Glauben, so sollten sie beiden beieinander gesetzt haben.

Denn Tertullianus auch redet gar tröstlich vom Glauben, und besonders preist er den göttlichen Eid, davon der Prophet redet;: “Als wahr ich lebe, sagt der Her, will ich nicht den Tod des Sünders, sondern dass er sich bekehre und lebe.” Weil Gott schwört, sagt er, er wolle nicht den Tod des Sünders, so erfordert er gewiß den Glauben, dass wir seinem Eid und Schwören glauben sollen, dass er uns [die] Sünden vergeben wolle. Gottes Zusagen sollen ohnedas bei uns aufs höchste angesehen und geachtet sein. Nun ist die Zusage mit einem Eid bestätigt. Darum so jemand hält, dass ihm [die] Sünden nicht vergeben werden, der lügenstraft Gott, welches die größte Gotteslästerung ist. Denn also sagt Tertullianus: Invitat praemio ad salutem, iurans etiam, etc.; das ist: “Gott lockt uns zu unserm eigenen Heil mit seinem eigenen Eide, dass man ihm glaube. O wohl denen, um derentwillen Gott schwört! O wehe uns elenden Leuten, wenn wir auch dem göttlichen Eide nicht glauben!”

Und hier müssen wir wissen, dass der Glaube gewiß dafürhalten soll, dass uns Gott aus Gnaden Sünde vergibt um Christus’ willen, nicht um unserer Werke willen, um Beichte oder Genugtuns willen. Denn alsbald wir uns auf Werke gründen, werden wir ungewiß. Denn ein erschrocken Gewissen merkt bald, dass seine besten Werke nichts wert seien gegen Gott.

Darum sagt Ambrosius ein fein Wort von der Buße: “Wir müssen Buße tun und auch glauben, dass uns Gnade widerfahre, doch also, dass wir der Gnade hoffen aus dem Glauben; denn der Glaube wartet und erlangt, wie aus einer Handschrift, Gnade.” Item: “Der Glaube ist eben das, dadurch die Sünder bedeckt werden.”

Darum sind klare Sprüche in den Büchern der Väter nicht allein von Werken, sondern auch vom Glauben. Aber die Widersacher, so sie nicht verstehen die rechte Art der Buße, verstehen auch der Väter Sprüche nicht, klauben sie heraus etliche verstümmelt von einem Teil der Buße, nämlich von der Reü und von den Werken; Und was vom Glauben geredet ist, da laufen sie überhin.