Konkordienformel – EpitomeFC EpArtikel IX

IX. Von der Höllenfahrt Christi

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Concordia Triglotta
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STATUS CONTROVERSIAE

Hauptstreit über diesen Artikel.

Es ist auch unter etlichen Theologen, so der Augsburgischen Konfession zugetan, über diesen Artikel gestritten worden: wann und auf was Weise der Herr Christus, vermöge [laut] unsers einfältigen christlichen Glaubens, gen HöIle gefahren, ob es geschehen sei vor oder nach seinem Tode; item, ob es nach der Seele allein oder nach der Gottheit allein oder mit Leib und Seele, geistlich oder leiblich zu[ge]gangen; item, ob dieser Artikel gehöre zum Leiden oder zum herrlichen Sieg und Triumph Christi.

Nachdem aber dieser Artikel wie auch der vor[her]gehende nicht mit den Sinnen noch mit der Vernunft begriffen werden kann, sondern muss allein mit dem Glauben gefaßt werden, ist unser einheIlig Bedenken, dass solches nicht zu disputieren, sondern nur muss einfältigste geglaubt und gelehrt werden soIle;

inmaßen D. Luther seliger in der predigt zu Torgau Anno 33 usw. solchen Artikel ganz christlich erklärt, aIle unnützlichen, unnotwendigen Fragen abgeschnitten und zu christlicher Einfalt des Glaubens aIle frommen Christen vermahnt [hat].

Denn es ist genug, dass wir wissen, dass Christus in die HöIle gefahren, die HöIle aIlen Gläubigen zerstört und sie aus der Gewalt des Todes, Teufels, ewiger Verdammnis des höllischen Rachens erlöst habe, wie aber solches zu[ge]gangen, sollen wir sparen bis in die andere Welt, da uns nicht allein dies Stück, sondern auch noch anderes mehr geoffenbart [werden wird], das wir hier einfältig gegläubt [haben] und mit unserer blinden Vernunft nicht begreifen können.