Kleiner KatechismusSCAbschnitt

Wie man die Einfältigen soll lehren beichten

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Concordia Triglotta

[Was ist die Beichte? Antwort] Die Beichte begreift zwei Stücke in sich: eines, dass man die Sünde bekenne; das andere, dass man die absolutio oder Vergebung von dem Beichtiger empfange als von Gott selbst und ja nicht daran zwiefle, sondern fest glaube, die Sünden seien dadurch vergeben vor Gott im Himmel.

Welche Sünden soll man denn beichten?

[Antwort] Vor Gott soll man aller Sünden sich schuldig geben, auch die wir nicht erkennen, wie wir im Vaterunser tun; aber vor dem Beichtiger sollen wir allein die Sünden bekennen, die wir wissen und fühlen im Herzen.

Welche sind die?

[Antwort] Da siehe deinen Stand an nach den zehn Geboten: ob du Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr, Frau, Knecht seiest; ob du ungehorsam, untreu, unfleissig gewesen seiest; ob du jemand Leid getan hast mit Worten oder Werken; ob du gestohlen, versäumt, verwahrlost, Schaden getan hast.

Lieber, stelle mir eine kurze Weise zu beichten

Antwort.

So sollst zu zum Beichtiger sprechen: Würdiger, lieber Herr, ich bitte Euch, wollet meine Beichte hören und mir die Vergebung sprechen um Gottes willen.

Sage an!

Ich arme Sünder bekenne mich vor Got aller Sünden schuldig; insonderheit bekenne ich vor Euch, dass ich ein Knecht, Magd usw. bin; aber ich diene leider untreulich meinem Herrn; denn da und da habe ich nicht getan, was sie mich heissen, habe sie erzürnt und zu fluchen bewegt, habe versäumt und Schaden lassen geschehen; bin auch in Worten und Werken schambar [schamlos, anstössig] gewesen, habe mit meinesgleichen gezürnt, wider meine Frau gemurrt und geflucht usw. Das alles ist mir leid, und bitte um Gnade; ich will mich bessern.

Ein Herr oder Frau sage also: Insonderheit bekenne ich vor Euch, dass ich mein Kind und Gesinde, Weib nicht treulich gezogen habe zu Gottes Ehren. Ich habe geflucht, böse Exempel mit unzüchtigen [unanständigen] Worten und Werken gegeben, meinem Nachbar Schaden getan und übel nachgeredet, zu teür verkauft, falsche und nicht ganze Ware gegeben. Und was er mehr wider die Gebote Gottes und seinen Stand getan usw.

Wenn aber jemand sich nicht befindet beschwert mit solcher oder grösseren Sünden, der soll nicht sorgen oder weiter Sünde suchen noch erdichten und damit eine Marter aus der Beichte machen, sondern erzähle eine oder zwei, die du weisst; also: Insonderheit bekenne ich, dass ich einmal geflucht; item, einmal unhübsch mit Worten gewesen, einmal dies N. versäumt habe usw. Also lass es genug sein.

Weisst du aber gar keine (welches doch nicht wohl sollte möglich sein), so sage auch keine insonderheit, sondern nimm die Vergebung auf die gemeine Beichte, so du vor Gott tust gegen den Beichtiger.

Darauf soll der Beichtiger sagen: Gott sei dir gnädig und stärke deinen Glauben! Amen.

Weiter: Glaubst du auch, dass meine Vergebung Gottes Vergebung sei?

Antwort.

Ja, lieber Herr.

Darauf spreche er:

Wie du glaubst, so geschehe dir. Und ich aus dem Befehl unsers Hern Jeu Christi vergebe dir deine Sünden im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Gehe hin in Frieden!

Welche aber grosse Beschwerungen des Gewissens haben oder betrübt und angefochten sind, die wird ein Beichtvater wohl wissen mit mehr Sprüchen zu trösten und zum Glauben [zu] reizen. Das soll allein eine gemeine Weise der Beichte sein für die Einfältigen.