Artikel 12: Die Buße
Über die Buße lehren wir, dass Umkehrwillige jederzeit Vergebung empfangen können für Sünden, die sie nach der Taufe begangen haben.
Die Kirche muss bußbereiten Personen die Vergebung zusprechen.
Buße im eigentlichen Sinn besteht aus diesen zwei Teilen:
erstens die Reue bzw. das Erschrecken des Gewissens über die Sünde, zweitens der Glaube, der aus dem Evangelium bzw. dem Zuspruch der Sündenvergebung kommt.
Der Glaube vertraut darauf, dass die Sündenschuld durch Christus erlassen ist, tröstet das Gewissen und befreit von Schrecken.
Dann müssen gute Werke folgen, denn sie sind Früchte der Buße. Johannes der Täufer sagte: „Bringt rechtschaffene Frucht der Buße!“ (Matth. 3,8)
Wir verurteilen die Wiedertäufer, die bestreiten, dass einmal Gerechtfertigte den Heiligen Geist wieder verlieren können.
Ebenso verurteilen wir alle, die folgende Überzeugung vertreten: Einige Menschen erreichen in diesem Leben einen solchen Grad an Vollkommenheit, dass sie nicht mehr sündigen können.
Wir verurteilen auch die Novatianer, weil sie Bußwillige nicht von Sünden, die nach der Taufe begangen wurden, lossprechen wollen.
Auch werden diejenigen verworfen, die lehren, dass wir die Sündenvergebung nicht einfach durch Glauben empfangen, sondern dass wir uns die Gnade mit Wiedergutmachungs-Leistungen verdienen müssen.